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Legasthenie und ADHS: Warum die Kombination oft übersehen wird – und wie eine genaue Diagnose hilft

Autor Bild Wiebke & Marie
5 Min. Lesezeit 17.06.2026

Du kämpfst mit Lesen, Schreiben oder Konzentration – und fragst dich, ob Legasthenie, ADHS oder beides dahinterstecken? Tatsächlich treten beide häufig gemeinsam auf, doch die Legasthenie wird dabei oft übersehen. Warum das so ist, was die Forschung dazu sagt und warum eine genaue Diagnose so wichtig ist, erfährst du hier.

Legasthenie und ADHS: Ein häufiges Duo

Legasthenie (Lese-Rechtschreibstörung) und ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) sind zwei unterschiedliche neurobiologische Besonderheiten – doch sie treten überdurchschnittlich oft gemeinsam auf. Studien zeigen, dass bis zu 30–50 % der Menschen mit ADHS auch von Legasthenie betroffen sind (Willcutt & Pennington, 2000). Umgekehrt haben etwa 15–20 % der Legasthenie-Betroffenen zusätzlich ADHS (Germanò et al., 2010).

Warum wird Legasthenie bei ADHS oft übersehen?

  • Ähnliche Symptome: Beide können zu Konzentrationsproblemen, Vergesslichkeit oder Schwierigkeiten in der Schule führen. ADHS-Symptome wie Impulsivität oder Unruhe überlagern dann oft die Legasthenie.
  • Fehldiagnosen: Wenn ADHS diagnostiziert wird, konzentrieren sich Therapien oft auf die Aufmerksamkeitsstörung – die Legasthenie bleibt unerkannt.
  • Stigma & Vorurteile: Legasthenie wird manchmal als „Schwäche“ abgetan, während ADHS als „auffälliger“ wahrgenommen wird. Das führt dazu, dass Betroffene ihre Lese- und Schreibprobleme nicht ansprechen.

Gemeinsame Prozesse im Gehirn

Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Legasthenie und ADHS ähnliche neuronale Mechanismen teilen. Beide gehen mit Besonderheiten in folgenden Bereichen einher:

  • Arbeitsgedächtnis: Schwierigkeiten, Informationen kurzfristig zu speichern und zu verarbeiten.
  • Exekutive Funktionen: Probleme mit Planung, Organisation und Selbstregulation.
  • Sprachverarbeitung: Bei Legasthenie ist vor allem die phonologische Verarbeitung betroffen – bei ADHS kann die Sprachverarbeitung durch Ablenkbarkeit beeinträchtigt sein.
„Die Kombination aus Legasthenie und ADHS kann besonders herausfordernd sein – aber eine präzise Diagnose ist der erste Schritt, um die richtige Unterstützung zu finden.“

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