Dieser Test basiert auf der ASRS-V1.1 der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Er hilft dabei, Symptome der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung bei Erwachsenen zu identifizieren.
"Eine genaue Diagnose kann nur durch eine klinische Untersuchung gestellt werden. Wenn Ihre Symptome Sie belasten, wenden Sie sich bitte an einen Arzt." (Quelle: WHO ASRS PDF)
Die Symptome von ADHS bei Erwachsenen werden oft als Stress verkannt. Die ASRS-V1.1 wurde von der Weltgesundheitsorganisation in Zusammenarbeit mit Psychiatern der Harvard Medical School entwickelt, um eine zuverlässige erste Einschätzung zu ermöglichen.
Gemäß dem offiziellen Protokoll deuten vier oder mehr Punkte in den kritischen Antwortbereichen (die "dunklen Felder" im PDF) darauf hin, dass die Symptome einer Erwachsenen-ADHS entsprechen könnten.
Der Selbsttest oben ist der Kurzfragebogen der Adult ADHD Self-Report Scale, kurz ASRS-v1.1. Er gehört zu den bekanntesten Screenings für ADHS bei Erwachsenen. Hier liest du, woher er kommt, was dein Ergebnis bedeutet und wie es weitergeht.
Der ASRS entstand gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und einer Arbeitsgruppe zu ADHS bei Erwachsenen, deshalb ist er oft als „WHO-ADHS-Test“ bekannt. Beteiligt waren unter anderem Forschende der Harvard Medical School und der New York University. Der vollständige ASRS-Fragebogen hat 18 Fragen, die sich an den Symptomkriterien des Diagnosehandbuchs DSM-IV orientieren.
Sechs dieser Fragen sagten in der Entwicklungsstudie am besten voraus, ob eine ADHS vorliegt. Sie bilden den Kurzfragebogen (Teil A), den du oben ausfüllst. Vier der sechs Fragen betreffen Aufmerksamkeit, Organisation und Vergesslichkeit, zwei die körperliche und innere Unruhe. Du gibst jeweils an, wie oft etwas vorkommt, von „Niemals“ bis „Sehr oft“. Im Original bezieht sich jede Antwort auf die letzten sechs Monate.
Die Herausgeber des ASRS schreiben selbst: Der Kurzfragebogen ist kein eigenständiges Diagnoseinstrument. Eine Diagnose oder ein Rezept darf nie allein auf seinem Ergebnis beruhen.
Jede Frage hat einen kritischen Bereich. Bei den ersten drei Fragen zählt schon „Manchmal“, bei den letzten drei erst „Oft“ oder „Sehr oft“. Landen vier oder mehr deiner sechs Antworten im kritischen Bereich, passen deine Angaben gut zu einer ADHS im Erwachsenenalter, und das offizielle Auswertungsschema empfiehlt eine genauere Abklärung.
| Treffer | Was es bedeutet | Sinnvoller nächster Schritt |
|---|---|---|
| 0 bis 3 | Deine Angaben sprechen eher nicht für eine ADHS. Ausgeschlossen ist sie damit nicht. | Bei anhaltendem Leidensdruck trotzdem fachlich abklären lassen |
| 4 bis 6 | Deine Angaben passen gut zu ADHS bei Erwachsenen. Eine Diagnose ist das noch nicht. | Ausführliche ärztliche Diagnostik |
Wie verlässlich ist das? In der ersten Prüfstudie mit 154 Erwachsenen erkannte der Kurzfragebogen 68,7 Prozent der Menschen, bei denen Fachleute eine ADHS feststellten. Bei Menschen ohne ADHS schlug er nur sehr selten an, die Spezifität lag bei 99,5 Prozent. Umgekehrt heißt das: Etwa drei von zehn Betroffenen blieben unter der Schwelle.
Ein Screening sortiert vor, es prüft nicht, was hinter deinen Antworten steckt. Konzentrationsprobleme und Unruhe kommen auch bei Depression, Ängsten, Schlafproblemen oder Dauerstress vor. Ärzt:innen fragen deshalb weiter: Gab es die Schwierigkeiten schon in der Kindheit? Zeigen sie sich im Job, in Beziehungen und zu Hause? Die deutsche S3-Leitlinie sagt klar, dass Fragebögen die klinische Untersuchung ergänzen, aber nicht ersetzen. Zwei Fehler sind bei jedem Online-Test möglich:
Der ASRS ist für Erwachsene ab 18 Jahren entwickelt. Er passt, wenn du dich in Beschreibungen wie diesen wiederfindest:
Für Frauen und Männer gelten dieselben Fragen. Bei Frauen bleibt ADHS aber oft lange unerkannt, mehr dazu im Artikel ADHS bei Frauen erkennen. Erkennst du dich vor allem in Unaufmerksamkeit wieder, lies auch zum ADS-Test für Erwachsene. Weitere Anzeichen sammelt die Seite ADHS-Symptome bei Erwachsenen.
Viele suchen nach einem ausführlichen ADHS-Test für Erwachsene, der kostenlos ist. Mehr Fragen bringen aber nicht automatisch mehr Sicherheit. In der Entwicklungsstudie schnitten die sechs Fragen des Kurzfragebogens sogar besser ab als alle 18 Fragen zusammen. Für die übrigen zwölf Fragen (Teil B) gibt es keinen Grenzwert. Sie dienen Ärzt:innen als Grundlage für das Gespräch.
Seit 2017 gibt es außerdem den ASRS-5, eine an das DSM-5 angepasste Fassung mit ebenfalls sechs Fragen. Auch er bleibt ein Screening. Wirklich ausführlich wird es erst in der Diagnostik: mit strukturiertem Interview, geprüften Tests, Fragebögen für Angehörige und alten Zeugnissen.
Vom Erstgespräch bis zum Befund vergehen meist 4 bis 8 Wochen, alle Termine laufen per Videosprechstunde. Abgerechnet wird nach GOÄ. Ob deine Versicherung zahlt, klärst du vorab mit einem kostenlosen Kostenvoranschlag, die Wege für gesetzlich Versicherte stehen unter ADHS-Diagnose und Krankenkasse. Und wenn dein Ergebnis unauffällig ist, du dich aber trotzdem wiedererkennst, darfst du deinem Eindruck trauen.
Was ein Selbsttest zeigt, und was danach kommt.