Bleibt eine Lese-Rechtschreibstörung im Erwachsenenalter unentdeckt, gibt man sich oft selbst die Schuld. Dieser ehrliche Selbst-Check gibt dir in wenigen Minuten eine erste Tendenz — ganz ohne Wertung. Wichtig: Legasthenie hat nichts mit Intelligenz zu tun.
Dieser Selbsttest ist nicht normiert und ersetzt keine Diagnostik. Er kann und soll keine fachliche Abklärung leisten, sondern dir nur eine grobe Tendenz geben. Eine gesicherte Diagnose ist ausschließlich über eine standardisierte Lese- und Rechtschreibdiagnostik möglich. Und noch einmal: Eine Legasthenie sagt nichts über deine Intelligenz aus.
Der Selbst-Check oben gibt dir in wenigen Minuten eine erste Tendenz, ob deine Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben zu einer Legasthenie passen könnten. Er ist nicht normiert und ersetzt keine Diagnostik. Hier liest du, wie du dein Ergebnis einordnest und wie du eine Lese-Rechtschreibstörung testen lassen kannst.
Der Check hat 9 Fragen in zwei Teilen. Fünf Fragen drehen sich um deinen Alltag und deine Schulzeit: wie viel Kraft dich Lesen kostet, wie sicher du in der Rechtschreibung bist und ob deine schriftlichen Leistungen früher zu deinem Wissen gepasst haben. Vier weitere Fragen beziehen sich auf typische Stolperstellen beim Lesen, etwa lange oder lautlich schwierige Wörter.
Bei jeder Frage wählst du „Trifft nicht zu“, „Trifft teils zu“ oder „Trifft zu“. Daraus ergeben sich 0 bis 18 Punkte und eine von drei groben Stufen.
Der Check ist nicht normiert. Er vergleicht dich nicht mit anderen Erwachsenen und kann deshalb nur eine Tendenz zeigen. Eine gesicherte Diagnose ist nur über eine standardisierte Lese- und Rechtschreibdiagnostik möglich.
| Stufe | Punkte | Was es heißt |
|---|---|---|
| Wenig Hinweise | 0 bis 4 | Deine Antworten zeigen wenige typische Merkmale. Beschäftigt dich das Thema trotzdem, darfst du dem nachgehen. |
| Leichte Tendenz | 5 bis 9 | Einzelne Antworten deuten in Richtung Legasthenie, andere nicht. Ein Gespräch kann Klarheit bringen. |
| Deutliche Tendenz | 10 bis 18 | Mehrere Antworten passen zu einer Lese-Rechtschreibstörung. Eine fachliche Abklärung lohnt sich. |
Die Stufen sind grobe Orientierungswerte, keine geprüften Grenzwerte. Zwei Verzerrungen sind möglich:
Legasthenie, Lese-Rechtschreibstörung und Dyslexie meinen im Wesentlichen dasselbe. In der deutschen ICD-10-GM heißt die Diagnose Lese- und Rechtschreibstörung (F81.0). Gemeint ist eine deutliche Beeinträchtigung beim Lesenlernen, die sich nicht allein durch das Entwicklungsalter, Sehprobleme oder unangemessenen Unterricht erklären lässt. Ist nur die Rechtschreibung betroffen, spricht man von einer isolierten Rechtschreibstörung (F81.1).
Die ICD-11 der WHO ordnet sie als Lernstörung der Entwicklung ein, mit Beeinträchtigung beim Lesen (6A03.0) oder beim schriftlichen Ausdruck (6A03.1). Sie beginnt in den ersten Schuljahren und kann ausdrücklich auch das Berufsleben einschränken. Mit Intelligenz hat sie nichts zu tun: Die Leistungen liegen deutlich unter dem, was bei Alter und allgemeinen Fähigkeiten zu erwarten wäre.
Die Fachleute hinter der deutschen S3-Leitlinie nennen eine Häufigkeit von etwa 3 bis 8 Prozent. Ohne wirksame Therapie bleibt die Störung oft bestehen und kann Schule, Beruf und Privatleben deutlich einschränken. Mehr dazu unter Was ist Legasthenie.
Wer nach einem LRS-Test sucht, landet meist bei Angeboten für Schulkinder. Dort steht LRS oft für Lese-Rechtschreibschwäche, ein Begriff aus Schule und Förderung, der nicht dasselbe ist wie die medizinische Diagnose. Den Unterschied erklärt die Seite Legasthenie oder LRS.
Ein Testergebnis sagt nur dann etwas, wenn es mit Menschen deines Alters verglichen wird. Wenn du als Erwachsene:r eine Lese-Rechtschreibstörung testen lassen möchtest, gehören deshalb standardisierte Lese- und Rechtschreibtests dazu, ein Blick auf deine Schulzeit und eine Einschätzung deiner kognitiven Fähigkeiten. Erst zusammen zeigen sie, ob deine Schwierigkeiten deutlich unter dem liegen, was zu erwarten wäre.
Die Legasthenie-Diagnostik dauert meist 2 bis 4 Wochen und läuft online am Laptop oder PC. Ob deine Versicherung zahlt, klärst du vorab mit einem kostenlosen Kostenvoranschlag. Welche Erleichterungen du in Studium, Ausbildung oder Prüfungen bekommst, entscheidet die jeweilige Einrichtung, mehr dazu unter Nachteilsausgleich.
Begriffe, Unterschiede und der Nachteilsausgleich.